Menschenbilder

In letzter Zeit habe ich mich mit sozialen Modellen beschäftigt. Zum Beispiel damit, wie wir andere Menschen sehen. Beim Smalltalk mit Kollegen wird bald deutlich, dass einige ein sehr positives, humanistisches Bild der Menschen haben. Andere hingegen sehen eher das Negative in anderen Kollegen (von Freunden und Familie haben sie dann aber wieder eher ein positives Bild).
Hier eine Zusammenfassung der Symptome:

  • Positives Bild der Kollegen
    • Menschen zeigen Eigeninitiative
    • Wertschätzung der Sichtweisen und Ideen von anderen
  • Negatives Bild der Kollegen
    • Kollegen sind faul, müssen zur Arbeit gezwungen werden
    • Menschen haben „kriminelle Energie“, um sinnvolle Regeln zu umgehen

Jeder hat also zwei Modelle, in die die Menschen passen. Ein Modell ist das dominante, in das die meisten Kollegen zu passen scheinen.
Sich selbst sehen die Menschen aber immer positiv.
Diese Modelle in den Köpfen sind etwas anderes als Vorurteile, denn es können immer Situationen benannt werden, in denen sich die „Natur“ des Kollegen gezeigt hat. Das Modell als „Abbild eines Ausschnitts der Wirklichkeit“ ist dabei in sich schlüssig und widerspruchsfrei.

Die Antwort auf die Frage, welches Menschenbild den Kollegen wirklich beschreibt, hat Douglas McGregor 1960 gegeben: Kontextabhängig kann es durchaus sein, dass wir, von außen betrachtet, dem negativen Modell entsprechen. Von unserer Natur her entsprechen wir dem positiven Bild.

Ein Argument für die, die das bezweifeln: Als Kind musste keiner gezwungen werden, das Sprechen zu lernen.

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