Archiv für den Monat: November 2013

OMG Certified UML Professional Teil 1: Informationen

Seit einigen Jahren bietet OMG eine Zertifizierungsreihe zu UML an. Diese besteht aus drei Stufen: Fundamental, Intermediate und Advanced. Ich habe vor fünf Jahren die Fundamental Zertifizierung gemacht, und nehme nun das Intermediate-Level in Angriff. An dieser Stelle möchte ich einige meiner Eindrücke schildern:

Das Lernen für die Zertifizierung besteht aus dem Auswendiglernen von Teilen des UML Metamodells. Es gibt soviel ich weiss nur ein Buch, um sich vorzubereiten. Ich habe mit diesem Buch gelernt und fand es nicht so gut. Zum einen, weil einige offensichtliche Fehler in dem Buch enthalten sind. Zum anderen, weil der Aufbau des Buchs etwas unglücklich ist, denn schon im ersten Kapitel tauchen „redefines“ und „subsets“ bei Assoziationen im Metamodell auf, obwohl deren Semantiken erst an viel späterer Stelle erklärt werden. Ebenso der Package Merge. Andererseits ist das Buch eine der wenigen verfügbaren Resourcen, und die Alternative besteht im Lernen mit den Metamodelldokumenten. Da in dem Buch auch Beispielfragen enthalten sind (aber fast nur für das Fundamental Level), empfehle ich es zur Vorbereitung.

Der Inhalt der Prüfung besteht größtenteils aus dem Metamodell, es wird also gar nicht auf die objektorientierte Analyse, Design und Architektur eingegangen, sondern nur die Theorie von UML abgefragt. Eine praxisnähere Prüfung, die auch UML beinhaltet, ist der Sun Certified Enterprise Architect (SCEA), nun „Oracle Certified Master, Java EE 6 Enterprise Architect“ genannt. Wer die OCUP-Zertifizierung besitzt, kann deswegen nicht notwendigerweise mit UML modellieren. Das Zertifizierungswissen hilft aber bei der Benutzung von UML-Tools und natürlich bei eigenen Metamodellen.

Wer sich für die OCUP-Zertifizierung entscheidet, der sollte nach bestandener Fundamental-Stufe am besten sofort mit der Intermediate Stufe weitermachen, denn diese setzt das Wissen der ersteren voraus.

Notizen über den Stoff habe ich nebenbei gemacht, zum Beispiel war es für mich sehr hilfreich, die Vererbungshierarchie von Element zu den konkreten Classifiers aufzuzeichnen. Meine Unterlagen werde ich in Blog-Beiträgen veröffentlichen. Und den Package-Merge kann man sehr gut mit der UML-Spezifikation selbst durchspielen, um ihn richtig zu verstehen. Neben dem Buch sollten auch die OMG-Dokumente, zumindest die Superstructure Specification gelesen werden, da dort weitere Informationen enthalten sind, die Sachverhalte verständlicher machen.

Ich habe Zweifel, ob diese Zertifizierung der Karriere hilft. Bei Interviews wird der Bewerber eher nach seinem Fachwissen im Gespräch beurteilt. Ich glaube aber, dass Zertifikate bei der Auswahl von Kandidaten, die dann zum persönlichen Gespräch eingeladen werden, doch einige Vorteile verschafft. Das Lernen für die Prüfung macht aber Spass, und zusammen mit dem Erfolgserlebnis nach der Prüfung macht das die Zertifizierung lohnend.

Alles in allem ist die Zertifizierung zwar schwierig, aber dennoch beherrschbar. Ich hatte während des Lernens nie das Gefühl, ausreichend vorbereitet zu sein. Irgenwann habe ich mich dann einfach zur Prüfung angemeldet.

Geduld und etwas Neugier auf Metamodelle sind die besten Hilfen zu diesem Zertifikat. Ich wünsche allen, die sich darauf vorbereiten, viel Spass und viel Erfolg.