UseCases

UseCases sind ein Teil von UML. Und wahrscheinlich der am häufigsten mißverstandene Teil.
Bei der Betrachtung der Interaktion eines „Actors“ mit einem System kann eine Menge von zusammenhängenden Interaktionen zu einem „Szenario“ zusammengefasst werden. Ein Szenario ist eine Instanz eines UseCase. Ein UseCase ist somit eine Menge von verwandten Erfolgs- und Fehlerszenarios.
UseCases werden vor allem für die Erfassung der funktionalen Anforderungen benutzt, sie können aber genauso gut nicht-funktionale Anforderungen beschreiben. Die Erstellung eines UseCase-Modells ist Teil des Unified Process. Und hier beginnen die Mißverständnisse:
Ein UseCase-Modell in diesem Sinne ist kein UML-Modell, sondern ein Textdokument, welches optional ein UML UseCase-Diagramm zur besseren Übersicht beinhaltet. Viele UML-Tools erlauben es, die textuelle Beschreibung eines UseCases in diesem Tool zu verwalten, und daraus ein Textdokument zu generieren. Dieses Vorgehen ist komfortabel, solange das Werkzeug eine Versionierung des Inhalts anbietet. Ohne Benutzung eines UML-Tools werden manuell Word-/OpenOffice-, HTML- oder LaTex-Dokumente erstellt.
Ein neuer Ansatz ist die Erstellung von User Stories; diese sind weniger formalisiert und interessanter zu lesen. Das fördert die Bereitschaft der am Projekt beteiligten Personen, immer wieder die Anforderungen zu lesen.
Für UseCases in Textform gibt es viele Templates und noch mehr Bücher darüber, deshalb hier nur einige Hinweise zu UseCase-Diagrammen in UML:
Das der UseCase oder mehrere Szenarios in Textform ausführlich beschrieben werden, ist der Name des UseCase kurz und folgt dem Schema [Objekt] [Verrichtung]. Bei Actors können Stereotypen zur Unterscheidung zwischen Personen/Rollen und Systemen unterschieden werden. Und zuletzt muss das UseCase-Diagramm aktuell sein, denn es ist normal, dass UseCases hinzukommen oder wegfallen. Kann das UML-Werkzeug das UseCase-Textdokument automatisiert generieren, so ist die Hürde zur ständigen Aktualisierung sehr niedrig.
Abschließend ein Beispiel für die Form der UseCase-Namen im Schema [Objekt] [Verrichtung].

UseCase

Diese Form der UseCase-Namen verdeutlicht, dass ein UseCase-Diagramm nicht alleine als Anforderungsdokument genügt. Wenn hingegen der UseCase-Name aus mehreren Textabsätzen besteht, und damit das Textdukument eingespart wird, so liegen die Anforderungen in einer unstrukturierten und (meist) nicht durchsuchbaren Form vor.

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